- Phasen
- Geometrie-Vermessung · Probelauf · Werkzeug-Transfer · Schulung · Übergabe
- Dauer
- Mittlere Anlage typ. 3–7 Arbeitstage nach Aufstellung
- Doku
- Inbetriebnahme-Protokoll, Einweisungs-Nachweis
- Sicherheit
- DGUV V3 Erst-Inbetriebnahme-Prüfung
- Schulung
- Praktische Einweisung Bediener und Instandhalter
- Toleranzbasis
- Hersteller-Sollwerte, ISO-konform
Geometrie-Vermessung — der erste kritische Schritt
Vor jedem Probelauf prüfen wir die geometrischen Sollwerte der Anlage. Bei
Stanzautomaten sind das typischerweise:
- Tisch- und Stößel-Parallelität: Abweichung in mm/m über Werkzeugfläche
- Stößel-Fluchtung: seitlicher Versatz zur idealen Hubachse
- Stößel-Kippung: bei Belastung und im Leerlauf
- Werkzeug-Aufnahmen: Position und Maß-Toleranz der T-Nuten oder Schnellspann-Systeme
- Tischplatte: Ebenheit, eventuell Aushänge-Punkte für Werkzeugwechsel
Wir messen mit Präzisions-Wasserwaagen, Messuhren und bei kritischen Anwendungen mit
Lasertracker. Ergebnisse werden im Protokoll mit Soll- und Ist-Wert dokumentiert.
Bei Abweichungen justieren wir vor dem ersten Probelauf — nicht hinterher mit dem
Werkzeug-Transfer als Diagnose-Werkzeug.
Probelauf — drei Stufen
Nach erfolgter Geometrie-Justage fahren wir die Anlage in drei Eskalations-Stufen
hoch:
- Leerlauf ohne Werkzeug: Bewegungsablauf, Geräusche, Schmiersystem, Endlagen, Sicherheitsfunktionen
- Probelauf mit Test-Werkzeug: Falls vorhanden — Funktionsprüfung der Werkzeug-Schnittstelle
- Probelauf mit echtem Werkzeug: Werkzeug-Transfer, erste echte Bauteile, Optimierung
Bei jeder Stufe halten wir an, prüfen, dokumentieren — und gehen erst zur nächsten
Stufe weiter, wenn alles passt. Das spart Reparaturen wegen vermeidbarer Schäden in
der frühen Phase.
Werkzeug-Transfer und Bauteil-Vergleich
Wenn die Anlage einen alten Standort ablöst (Verlagerung) oder eine bestehende Anlage
ersetzt, ist der Werkzeug-Transfer der Lackmus-Test. Das erste produzierte Bauteil
muss messbar mit dem alten Standort übereinstimmen — gleiche Geometrie, gleiche
Toleranzen, gleiche Oberflächen-Qualität.
Wir produzieren während der Inbetriebnahme typischerweise eine kleine Vorab-Serie
(10–50 Stück), die Sie mit Ihrer Mess-Technik prüfen. Falls Korrekturen nötig sind:
Anpassung der Hub-Parameter, Justage der Werkzeug-Aufnahme, Feinabstimmung der
Niederhalter-Drücke. Erst wenn das Bauteil stimmt, geht die Anlage in
Produktionsfreigabe.
Bediener-Schulung und Übergabe
Eine Anlage ist nur so gut wie der Bediener, der sie führt. Wir nehmen uns am Ende
der Inbetriebnahme Zeit für eine praktische Einweisung Ihrer Schichtleiter,
Bediener und Instandhalter:
- Bedienkonzept und typische Workflows (Werkzeug-Wechsel, Programm-Auswahl, Notabschaltung)
- Sicherheitsfunktionen und deren Test (Lichtgitter, Zweihandbedienung, Notaus)
- Typische Stör-Szenarien und erste Diagnose-Schritte (was kann der Bediener selbst, wann muss Instandhaltung kommen)
- Tägliche und wöchentliche Sichtkontrollen
- Ölstände, Schmiersystem, Filter
Auf Wunsch erstellen wir eine kurze Einweisungs-Dokumentation, die Sie für Ihre
QM-Akte verwenden können — Nachweis, dass Bediener vor Produktionsbeginn eingewiesen
wurden.
Was ist der Unterschied zwischen Montage und Inbetriebnahme?
Montage ist der mechanische Aufbau und Anschluss der Anlage. Inbetriebnahme ist die Phase danach: Geometrie-Vermessung, Justage, Probelauf, Werkzeug-Transfer und Produktions-Freigabe. Beide Schritte gehen wir nahtlos.
Wie lange dauert die Inbetriebnahme einer Stanzanlage?
Eine mittlere Stanzanlage benötigt typischerweise 3–7 Arbeitstage Inbetriebnahme nach Aufstellung. Bei Servopressen oder komplexen Transferanlagen entsprechend länger. Werkzeug-Transfer und Optimierung des ersten echten Bauteils kommen on top.
Schulen Sie auch unsere Bediener?
Ja. Wir machen während der Inbetriebnahme eine praktische Einweisung für Ihre Bediener und Instandhalter — Bedienkonzept, Sicherheitsfunktionen, typische Stör-Szenarien. Schriftliche Einweisungs-Dokumentation auf Wunsch.
Was passiert bei abweichender Geometrie?
Wir messen vor dem ersten Probelauf — und justieren gegebenenfalls direkt. Erst wenn die Geometrie im Toleranzfenster des Herstellers liegt, geht die Anlage in Produktionsfreigabe.